KLAR! Arlberg Stanzertal
Klimaanpassungsmaßnahmen

Klimaanpassungsmaßnahmen

Bereits durchgeführte Maßnahmen:

Schulprojektwoche in allen VS und MS zum Thema Klimawandel:

𝗞𝗹𝗶𝗺𝗮𝘄𝗮𝗻𝗱𝗲𝗹 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗿𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗶𝗻𝘁𝗲𝗴𝗿𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻 …der Klimawandel betrifft uns alle, aber insbesondere die Kinder werden die Folgen zu spüren bekommen. Um auch schon die Kleinsten an dieses komplexe Thema heranzuführen, wurde im Rahmen der KLAR! Aktivitäten (Klimawandelanpassungsregion) gemeinsam mit dem Stanzertal einen 𝗞𝗹𝗶𝗺𝗮𝘄𝗮𝗻𝗱𝗲𝗹𝗽𝗿𝗼𝗷𝗲𝗸𝘁𝗸𝗼𝗳𝗳𝗲𝗿 erstellt. Die frühzeitige Einbindung zählt zu den Maßnahmen, welche die KLAR! Region umsetzen möchte. Denn, eine gemeinsame Wissensbasis, ein gestärktes Bewusstsein in der Region und die Arbeit an einer zukunftsfähigen Entwicklung tragen dazu bei, den Lebens- und Wirtschaftsraum Stanzertal zu erhalten!

Ausflug in die KLAR Region Kaunergrat

Am 28.9.2021 eine Exkursion für die Bürgermeister und Gemeinderäte ins Kaunergrat durchgeführt. Das sechs Gemeinden der Modellregion KLAR! Kaunergrat sind in vielen Bereich jener des Stanzertales ähnlich. Auch die Auswirkungen des Klimawandels zeigen Gemeinsamkeiten. Mit der Exkursion in die KLAR! Kaunergrat sollte der Austausch mit der Nachbarregion gefördert und die dort gesetzten Maßnahmen diskutiert werden. Dazu gab es Treffen mit den Verantwortlichen aus der Region und eine Weiterbildung bei RegioL. Es nahmen alle vier Bürgermeister des Stanzertales teil sowie vier Gemeinderäte, eine Mitarbeiterin der Gemeinde St. Anton und der Vizedirektor des TVB.

Workshops mit der örtlichen Bevölkerung:

Ursprünglich wurde ein Workshop zum Thema „Klimawandel“ in jeder Gemeinde des Stanzertales geplant. Die Terminfindung stellte sich teilweise auf Grund der Pandemie als schwierig heraus, da auf Grund der Abstandsregeln nicht ausreichend Raumkapazitäten vorhanden waren. Von den vier geplanten Workshops wurden zwei mangels Anmeldungen abgesagt, in Flirsch interessierten sich drei Personen, die überzeugt werden konnten nach St. Anton zu kommen, wo es 20 Anmeldungen gab. Die Veranstaltung fand am 29. September 2021 mit 23 Teilnehmern statt. Ein zweiter Workshop, der vor allem der Maßnahmenfindung für Phase 2 KLAR! dienen sollte fand am 4.11.2021 statt, er wurde von 22 Personen besucht. Das Protokoll beider Workshop finden Sie hier.

Das Thema Wald, spielt auf Grund der Abhängigkeit des Stanzertales vom Schutzwald eine große Rolle. In Kooperation mit dem BFW und der Bezirksforstinspektion Landeck wurde daher ein Workshop zum Thema „Klimafittter Wald“ am 20.10.2021 durchgeführt. Es nahmen 16 Personen daran teil und erfreuten sich einer regen Diskussion.

Sonderausstellung zum Thema Klimawandel:

Um den Klimawandel Gästen und Einheimischen unter COVID Einschränkungen greifbar zu machen wurde in der Fußgängerpassage eine kleine Plakate Ausstellung zum Thema eingerichtet. Die Plakate können hier heruntergeladen werden.

Etablierung Klimastammtisch:

Der Klimastammtisch findet abwechselnd in den vier Gemeinden des Stanzertales statt und beinhaltet jeweils einen Vortragsteil und einen Diskussions-/Austauschteil. Die Zielgruppe ist die Bevölkerung des Stanzertals. Ein erster Stammtisch zum Thema Photovoltaik fand am 13.9. 22 statt. Die Unterlagen können unter https://www.ewa-services.at/de/service/downloads/ eingesehen werden.

Weitere mögliche Themen sind: i) klimafittes Bauen und Sanieren, ii) Stärkung des Sommertourismus, iii) klimafitte Almwirtschaft, iv) Katastrophenmanagement, v) angepasste Bepflanzung im Rahmen von St. Anton/Pettneu blüht. Die Themen sollen sich nach den Interessen der Bevölkerung richten.

Geplante Maßnahmen:

Broschüre über Maßnahmen zum Thema Klimaschutz und Anpassung im Stanzertal:

Die Broschüre soll wie folgt aufgebaut sein: 1) Klimafolgen die eine Maßnahme notwendig machen; 2) Was bewirkt die Maßnahme?; 3) Wo ist diese Maßnahme verortet?. Als Einleitung ist ein kurzes Kapitel über die allgemeinen Auswirkungen des Klimawandels in der Region geplant. Die fertige Broschüre soll nicht nur im Rahmen des Klimastammtisches vorgestellt werden, sondern auch durch gezielte Pressearbeit mit den Regionalmedien der Region. Durch die Verteilung der Broschüre in der Region soll somit Bewusstsein geschaffen werden.

Renaturierung Weiher Nessleralm:

In der Gemeinde Pettneu am Arlberg existiert ein Weiher auf Gst. 1246 (unterhalb der Nessleralm) mit starker Tendenz zur Verlandung. Die Verlandung erfolgt sowohl durch die Auswirkungen des Klimawandels (Zunahme Trockenperioden) als auch durch Landnutzungsänderungen. Geplante Maßnahmen sind:

  • Ausbaggerungsarbeiten;
  • Schaffung einer Wasserzuleitung und die
  • Anbringung einer Informationstafel mit Hinweisen zur Biodiversität und Klimawandel in Bezug auf den Weiher.

Die Beratung, Abstimmung und Planung der Maßnahmen inkl. Bericht/Plan zur Erlangung der naturschutzrechtlichen Bewilligung ist bereits in Auftrag geben und wird über das Land Tirol finanziert.

Schulung Wanderführer*innen der Region:

Im Rahmen der Bevölkerungsworkshops wurde von örtlichen Wanderführer*innen der Vorschlag gemacht, das Thema Klimawandel und die damit verbundenen Anpassungsmaßnahmen in der Region in die angebotenen Wanderungen mitaufzunehmen. Allerdings wurde dazu auch ein erheblicher Schulungsbedarf bei den Wanderführer*innen identifiziert. Mit dieser Maßnahme sollen die örtlichen Wanderführer*innen über folgende Inhalte informiert und geschult werden:

  • Was ist der Unterschied zwischen Wetter und Klima?
  • Wie wird sich das Klima in der Region zukünftig ändern?
  • Welche Klimafolgen werden für die Region erwartet?
  • Wie verändert sich die Tier- und Pflanzenwelt?
  • Welche Maßnahmen werden getroffen, um sich dem Klimawandel anzupassen?

Dabei steht neben der theoretischen Wissensvermittlung auch die Vermittlung von Praxisbeispielen in der Region (z. B.: Wo sehe ich den Klimawandel in der Region?) im Vordergrund. Die Erarbeitung der Schulungsunterlagen, soll einen allgemeinen Teil, der für alle Wanderführer*innen in Österreich nutzbar ist beinhalten und einen regionalspezifischen teil (Bildervergleich früher-jetzt, orte des Klimawandels, die in die Wanderungen eingebaut werden können). Die Schulung wird auf wissenschaftlichen Fakten und Projekten (wie z.b KlimaAlps) aufgebaut. Die Maßnahme dient auch dazu das Sommerangebot im Tourismus auszubauen und zu stärken, indem neue Akzente gesetzt werden.

Klimafitte Alm- und Weidebewirtschaftung der Almen und Vorweiden:

Almen sind ein wesentlicher Bestandteil der Landwirtschaft im Bezirk Landeck. Almen bieten die Sommerfuttergrundlage für zahlreiche Nutztiere im Bezirk und ermöglichen eine Arbeitserleichterung während der sommerlichen Arbeitsspitzen auf den Heimbetrieben. Almwirtschaft ist aber auch mit der Erzeugung von Qualitätsprodukten sowie mit Leistungen für Tourismus, mit der Schutzfunktion vor Elementargefahren und mit ökologischen Funktionen verbunden. Die Maßnahme besteht aus folgenden Elementen:
1) Projektpräsentation: Projektvorstellung im Rahmen des Klimastammtisches (Maßnahme 6) mit dem Ziel der Bewusstseinsbildung für Veränderungen aufgrund des Klimawandels; Vorstellung der bisherigen Erfahrungen aus anderen Regionen, der notwendigen Maßnahmen und deren Umsetzung
2) Unterstützung der Projektalpen bei der Maßnahmenumsetzung:

  • Optimierung der Weideflächen mit angepassten Auftrieb und Weideablauf sowie gelenkter Weideführung, um Problempflanzen zu minimieren
  • Optimierung und Anpassung von Wasser- und Tränkestellen;

3) Weidegespräche mit Auftreiber*innen in Form einer Halbtagsveranstaltung, um die Wirksamkeit von gesetzten Maßnahmen zu diskutieren
4) Informationstafeln auf den Almen zur Erklärung des Projektes für Einheimische und Gäste

Naturgefahrencheck:

Der Vorsorgecheck Naturgefahren im Klimawandel unterstützt die Selbsteinschätzung der Gemeinde hinsichtlich relevanter Naturgefahren und Klimarisiken. Er ist als Anstoß für weitere Entwicklungsschritte in der Naturgefahrenvorsorge und Klimawandelanpassung zu sehen. Alle für eine Gemeinde relevanten Naturgefahren werden beim Vorsorgecheck gemeinsam betrachtet. Ebenfalls fließen mögliche Klimaszenarien in die Reflektion ein. Zwei ausgebildete Auditor*innen führen durch den Check und verweisen auf Good-Practice-Beispiele, weiterführende Informationsquellen oder – bei Bedarf – anerkannte Naturgefahren- bzw. Klimawandelexpert*innen.
Der Vorsorgecheck Naturgefahren im Klimawandel unterstützt auch den gemeindeinternen Austausch. Die Ergebnisse machen das bestehende Gefahrenwissen sowie die Vorsorgekapazität der Gemeinde sichtbar und zeigen einen etwaigen Handlungsbedarf in einzelnen Vorsorgebereichen auf. Der Naturgefahrencheck soll in Phase 3 in allen Gemeinden durchgeführt werden.

Leitfaden klimaschonender und klimaangepasster touristische Betrieb:

Im Rahmen der Bevölkerungsworkshops der ersten KLAR! Phase haben viele touristische Unternehmer*innen sich darüber beklagt, dass sie gerne etwas in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung machen würden, aber leider mit dem (Über-)Angebot an Information überfordert sind. Diese Informationen sind zudem über verschiedenen Ebenen (Bezirks- bis Bundesebene) verteilt, Fördermöglichkeiten stellen sich oft unklar dar und eine Einschätzung fällt Laien daher sehr schwer. Der Leitfaden für touristische Unternehmen soll dabei helfen, auf Betriebsebene:

1) Die betriebliche Vulnerabilität abzuschätzen (regionsspezifisch).

2) Regionsspezifische Klimaanpassungsmaßnahmen abzuleiten.

3) Das Thema Klimaschutz mitzudenken.

4) (Unabhängige) Beratungsangebote zu den Maßnahmen zu finden.

Post-It Wand:

Um den Dialog zum Thema Klimaanpassung am Laufen zu halten und die Ideen/Ressourcen der Bevölkerung zu nutzen, sollen in allen Gemeindeämtern und den Büros des TVB so genannte „Klimawandel Post IT!!“ Wände geschaffen werden, an denen die Bevölkerung die Möglichkeit hat, ihre Ideen unter Angabe von Kontaktdaten oder anonym zu platzieren. Die Ideen werden einmal pro Monat ausgewertet und auf ihre Umsetzbarkeit und Wirksamkeit geprüft. Erfolgversprechende Maßnahmen werden im Rahmen des Klimastammtisches diskutiert, gegebenenfalls weiterverfolgt und umgesetzt.

Beschattung Kindergarten Strengen:

Die Freifläche des Kindergartens in Strengen ist süd-östlich ausgerichtet und im Frühsommer und Herbst einer starken Hitzeentwicklung ausgesetzt, sodass die Kinder diese nicht nutzen können. Die engen Grundstücksgrenzen und die Anforderungen an den Brandschutz lassen eine natürliche Beschattung wie beispielsweise durch Bäume nicht zu. Daher ist die Anschaffung von 2 Sonnensegel notwendig, um die Freifläche auch in den oben genannten Zeiten nutzen zu können.

Öffentlichkeitsarbeit:

Öffentlichkeitsarbeit verstärkt das Bewusstsein für die Thematik und ist Voraussetzung dafür, Akzeptanz für laufende Maßnahmen der Klimaanpassung in der Region zu schaffen. Mit der Maßnahme sollen Bevölkerung und Gäste des Stanzertales über die laufenden KLAR-Aktivitäten informiert werden. Dazu dienen laufende Beiträge über die Aktivitäten der KLAR! Region die über Newsletter, Gemeindezeitungen, die Webseite und Regionalmedien kommuniziert werden.

(Stand September 2022)

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner